Es gibt Tage, da wäre man am liebsten im Bett geblieben. Diesen Ausspruch könnte man durchaus für die Leistung der HSG-Damen im Bezirksoberliga-Derby gegen die SG Helmbrechts/Münchberg II anwenden.
Eigentlich begann die Partie nicht schlecht für die Gastgeberinnen, die nach 13. Minuten mit 6:2 in Führung lagen. Die Abwehr stand gut und Keeperin Janina Gruber zeigte sich von ihrer besten Seite. Die HSG schien alles im Griff zu haben, denn der Angriff der Gäste war bis zu diesem Zeitpunkt nur ein laues Lüftchen. Leider vergaß die HSG selbst das Tore werfen, obwohl Chancen zu Hauf vorhanden waren und eine Acht-Tore-Führung durchaus möglich gewesen wäre. Aber die Ausführung war katastrophal, ohne die gute Leistung der Gäste-Torfrau, Romina Harich, schmälern zu wollen. Kurz gesagt, es fehlte an Kreativität im Angriff. Hinzukamen unnötige Fehler in Form von Ballverluste ohne Fremdeinwirkung und das blinde Hineinrennen in die gegnerische Abwehr. In solchen Fällen passiert folgendes: ein mit sich selbst kämpfender Gegner wird aufgebaut und erkennt seine Chance. Während die HSG weiter krampfhaft versuchte Tore zu erzielen und zu oft kläglich scheiterte, stieg die Trefferzahl der Gäste an. In der 22. Minute glich die SG zum 6:6 aus. Tereza Hannweber gelang zwar nochmals die 7:6-Führung für die HSG, danach bestimmte der Gast das Geschehen und ging mit einem 11:8 Vorsprung in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel waren erneut Großchancen für die Fichtelgebirglerinnen vorhanden, die zum Ausgleich hätten führen können, ja sogar müssen. Aber der Chancentod hatte die HSG weiter fest im Griff. Ebenso war die Qualität der HSG-Abwehr aus der ersten Halbzeit nicht mehr gegeben. Die Gäste zogen bis zur 45. Minute vorentscheidend auf 18:12 davon. Der HSG-Angriff war an diesem Tag ein Schatten seiner selbst, sodass am Ende der Schlachtruf der Gäste "Auswärtssieg" lautstark durch die Halle schallte.
Jetzt gilt es, diese Niederlage wegzustecken und sich auf die kommende Partie zu konzentrieren, wenn es am kommenden Samstag zum Tabellenzweiten, der HSG Weidhausen/Ebersdorf, geht.
HSG Fichtelgebirge: Gruber- Denk V., Netsch (2), Schirinzi, Zeidler (3), Hannweber (4), Klier, Schedl (1/1), Šatrová (1), Weber (1), Denk L. (1), Nečekalová, Koubová (4)
Zuschauer: 70
Schiedsrichter: Balzer/Schreiner (TV Gefrees)
Strafminuten: HSG: 2, SG ohne
Spielfilm: 2:2, 6:2, 6:6, 7:6, 8:11 (HZ) 9:13, 10:15, 11:18, 12:19, 14:20, 15:21, 16:24, 17:24
Bericht: Walter Lenhard